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Vegan ist wie ein hohes C

schrill, krass, doch nur mit den anderen Noten bio, fair, nachhaltig, saisonal, regional wird es zu einer schönen Melodie.

Meine Spuren im Sand

Meine Spuren im Sand

Meine Spuren im Sand

Wenn ich über einen nassen Strand laufe, bleibt mein Fußabdruck sichtbar im Sand zurück. Die nächste Welle kommt, er wird unscharf, die nächste Welle kommt, ist noch weniger geworden und nach wenigen Wellen ist alles weg. So ist es nicht in der Wirklichkeit. Wir Mitteleuropäer hinterlassen im allgemeinen mächtige, unnachhaltige ökologische Fußabdrücke. 54 Jahre habe ich es ausgeblendet wie gewaltig mein ökologischer Fußabdruck  ist, wenn ich nicht auf meine Ernährung achte. Seit eineinhalb Jahren ernähre ich mich völlig vegan.

homo ter(ra)minator

homo-terraminator

homo-terraminator

Uns Menschen kann ich nur mit einem Heuschreckenschwarm vergleichen, der ein Feld in null Komma nichts völlig kahl frisst. Im Zeitraum von 1970-2010 haben wir die Anzahl der Wirbeltiere auf der Welt um 50 % dezimiert (Quelle: Die Welt „Nur noch halb so viele Tiere wie vor 40 Jahren“ 30.09.2014). Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische wurden durch Jagen, Fischen und Verlust des Lebensraums getötet.
Die Bevölkerung ist in dieser Zeit von 3,7 Milliarden Menschen auf fast 7 Milliarden gewachsen.
Und als die Felder leergefressen waren, stellten wir riesige Viehställe auf und pressten mit der industriellen Massentierhaltung das Letzte aus den elenden Kreaturen heraus.
Was war die biblische Sintflut im Vergleich zu dem heutigen Gülle-Tsunami?
Mitgefühl und Ethik kennt ein Heuschreckenschwarm nicht.
Die Gattung homo ter(ra)minator auch nicht.

Biene mit Monokulturrapspollenblähbauch

Biene's MonokulturRapsPollenBlähbauch

Biene’s MonokulturRapsPollenBlähbauch

Bio-Nahrungsmittel gehören zu einem umweltverträglichen Leben dazu. Jeder Regenwurm würde wohl ein Loblied singen, wenn ich keine Pestizide auf ihn regnen lasse und jede Biene vollführt Freudentänze, wenn sie nicht nur Monokulturrapspollen futtern muss. Der Geldbeutel leidet dann Qualen, „bio“ kostet Geld.  Aber Prioritäten sind Prioritäten. Klar verschieben sich die Prioritäten, wenn ich an der Armutsgrenze leben würde.

Vegan oder schnell nochmal die Welt retten

"Nur Noch Kurz Die Welt Retten"

„Nur Noch Kurz Die Welt Retten“

Vegan ist nicht genug. Tiere wollen leben. Und. Boden, Luft und Wasser brauchen wir sauber und lebendig. Rohstoffressourcen müssen schonend genutzt werden, Receycling wo immer möglich. Das sollte das Normale sein und keiner Kennzeichnung bedürfen, die im Augenblick wie ein Qualitäts-Label daher kommt. Nur wenn wir Menschen fair miteinander umgehen, hat Frieden eine dauerhafte Chance.

Diese Zusammenhänge sind in dem Artikel  „Bio, fair, nachhaltig? Warum vegan noch nicht genug ist.“   von Andreas Winterer auf der Webseite utopia.de  hervorragend beschrieben und waren Anlass für diesen Blog-Artikel.
Gespickt mit Informationen, Studien, Links und auch dem deutlichen Hinweis, dass man nicht perfekt sein muss, besser 80 % vegan, als 10 % – besser 10 % vegan, als … – also, nicht so verbissen.
Vegan, bio, fair, nachhaltig, regional, saisonal – erst wenn alle Töne angeschlagen werden, entsteht eine schöne Melodie, eine Grundlage für ein gutes, umweltschonendes Leben.
Das ist die Ebene, auf der ich, auf der wir alle etwas tun können.

Verwalten anstelle von Regieren

Was dem Artikel hingegen ganz fehlt, ist die politische Dimension. Gerade auf der politischen Ebene könnte gestaltet, beeinflusst und durchgesetzt werden, dass vegan, bio, fair, nachhaltig, regional, saisonal nicht nur Randerscheinungen bleiben, gewissermaßen das Hobby von einigen Wenigen. Wo ist die schillernde Vision von Politikern, die zeigen, wie eine zukunftsfähige, enkeltaugliche Gesellschaft  aussehen kann?

Nachtwächter – der bessere Visionär?

Nachtwächter - der bessere Visionär

Nachtwächter – der bessere Visionär

Ich hätte mehr Grund einem Nachtwächter, der eine leuchtende Laterne vor sich hält, hinterher zu laufen, wie Frau Merkel und der restlichen Politikerkaste.

EU-Agrarsubventionen

2013 flossen 40 % des gesamten EU-Haushaltes in den Agrarsektor, 58 Milliarden €. Der Anteil der Landwirtschaft an der Wirtschaftsleistung betrug 2,1 % (Quelle: DieWelt). 60 % aller Einnahmen der deutschen Bauern stammen aus EU-Zahlungen.

Welchen Gegenwert bekommen wir dafür?

– Tierleid
– Massentierhaltung
– Nitratbelastung im Grundwasser
MRSA und EBSL
– Schwund der Artenvielfalt
pestizidbelastetes Obst und Gemüse  mit 320 mal höherer Pestizidbelastung im konventionellen Gemüse verglichen mit ökologisch angebautem
– riesige Maisanbauflächen, deren Ernte direkt in Biogasanlagen landet
– Bodenerosion.

Ein Teil der Lösung wäre vielleicht die Solidarische Landwirtschaft  und zwar bio-vegan.
In der gesamten Bundesrepublik gibt es zur Zeit nur 11 solidarische Landwirtschaften mit bio-veganem Anbau, wirklich nur ganze ELF !
Die Zahl finde ich absolut schockierend!
Eine davon findest du vor den Toren von Hannovers – Die SoLawi Wildwuchs  (auch bei Facebook)

Meine These: Bio und vegan gehören zusammen

zur Gestaltung einer nachhaltigen Landwirtschaft. Agrarsubventionen können nur Bauern erhalten, die kein Tierleid bewusst verursachen, die keine Nitratbelastung verursachen, die die Artenvielfalt fördern, die keine Pestizide nutzen, die die Bodenerosion wirksam verhindern.

Alle Probleme werden wir nicht lösen. Aber es wäre ein Anfang.
Frei nach Martin Luther King:

Wenn es einer allein macht, bleibt es nur ein Versuch. Wenn es viele Menschen gemeinsam machen, ist es der Anfang einer neuen Wirklichkeit.

Und wie siehst du das ?

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